Mittwoch, 21. Juli 2010

Gor






Gor
Hersteller: Edmund Egyed
Erschien: 1989 (weiterentwickelt bis 1995)
Hardware: 8086er, 4,77 Mhz, 512 kb Ram, MDA Grafikkarte, 5 ¼ DD Laufwerk
Wertung: 8/10
USK: Kein Rating

Testumgebung:
1.) 386DX, 40 MhZ, 8 MB Ram, 1 MB VGA (im 10 MhZ Modus), DOS 6.22
2.) 8086, 4,77 Mhz, 640 KB Ram, MDA Grafik, DOS 3.3
3.) AMD Turion X64, 1,4 GhZ, 512 MB Ram, ATI Radeon 1100 Mobile (In DOSBox v.74)

Die Geschichte von „Gor“ ist schnell erzählt. Das Alter Ego des Spielers geht eines Tages durch den Wald, abseits der Wege, stolpert, und landet kopfüber in einem… naja… in was eigentlich? Es ist definitiv kein Fuchsbau. Eher ein uraltes Verlies, aus dem es nur ein Entkommen gibt: runter in Kerker 25 (in früheren Versionen war es 23), die Schriftrolle von Gor holen und diese vor dem Ausgang in Kerker 1 vorlesen.

Klingt einfach? In der Theorie schon; in der Praxis gibt es da ein paar Problemchen. Zum Einen hat man nur 72 „Gor“-Stunden Zeit: da „Gor“ rundenbasiert abläuft, kostet jede Aktion eine gewisse Zeit. Zum Anderen stellen sich mehr oder weniger starke und tödliche Monster in den Weg, und als wenn das nicht schon genug wär, gibt es auch noch so Kleinigkeiten wie Hunger und Durst.

Spieleveteranen haben jetzt schon Ähnlichkeiten zu „Akalabeth“, „Rogue“, „Hack“ und ähnlichen Spielen bemerkt. „Gor“ ist tatsächlich diesen sehr ähnlich, aber nicht nur von der Spieltechnik her. „Gor“ verwendet ähnlichen „Grafiken“ wie „Akalabeth“ : Strichgrafik. So bestehen die einzelnen Level, die hier Kerker genannt werden, aus einzelnen schwarzen Blöcken. Nur die Level-Auf- und Abgänge werden als gelbe Blöcke mit Pfeil nach oben oder unten angezeigt. Später im Spiel kommen dann noch die pinken Tempel hinzu. Die Monster hingegen werden schlichtweg als Buchstaben dargestellt – so steht „A“ für (die für Anfänger tödliche) Anakonda, und später auch für den Altdrachen (der für Fortgeschrittene ebenso tödlich ist) oder das „H“ für die Hyäne. Auch aufhebbare Gegenstände, wie Schriftrollen, Waffen, Schätze etc. werden durch einfache ASCII-Symbole gekennzeichnet.

Auch der Sound kommt minimalistisch rüber. Außer dem PC-Speaker wird nichts unterstützt; dieser wird vor allem für die Kampfgeräusche (ein schlichtes Piepen beim Treffen oder Getroffenwerden, oder zum Abspielen der für die Intro-, Todes- und Siegesmelodie) benutzt.

Während in den früheren Versionen 1.0 und 2.0 noch mit der Tastatur gesteuert wird, unterstützt „Gor“ seit Version 3.0 auch die Maus, was das Spiel wesentlich vereinfacht. So lassen sich aus einem Menü Aktionen wie Essen, Trinken, Rüstung anlegen usw. auswählen. Zwar funktionieren die Tastaturkommandos weiterhin, allerdings ist eine Kombination aus Maus und Tastatursteuerung einfach schneller.

Das, was „Gor“ eigentlich ausmacht, ist dass die Dungeons jedes Mal neu generiert werden. Dadurch hat man, wie schon im alten „Akalabeth“ von Richard Garriot, unendlich viele Variationen desselben Spiels. Dazu kommt der immens fordernde Schwierigkeitsgrad des Spieles, der sich auch noch in drei Stufen einstellen lässt.

Fazit:

“Gor“ besticht vor allem durch seine Einfachheit – und gerade diese macht das Spiel zu einer willkommenen Abwechslung. Durch die Zufallsgenerierung der Dungeons hat man zudem immer wieder ein neues Spiel vor sich, so dass keine Runde wie die andere ist. Dazu kommen die rollenspieltypischen Elemente wie Charakterwerte, Fähigkeiten usw., die mit fortgeschrittenem Spiel immer weiter steigen.

Bezug:

“Gor“ ist mittlerweile als Freeware freigegeben, allerdings scheinbar nur Version 2 und die letzte Version 6. Ich habe zudem noch eine Demoversion der Version 3 aufgetrieben.
Die Offizielle Homepage des Entwicklers, hier gibt es Version 6 zum Download:
Fanpage mit Forum und Downloadmöglichkeit für Version 2 und Version 6:
Und hier noch Version 3 als Demoversion:



Zum Vergleich: Gor 2.0 links, Gor 6.0 rechts.

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