Mittwoch, 4. August 2010

Feuerwehr Notruf 112 – Das PC Spiel




Feuerwehr Notruf 112 – Das PC Spiel
Hersteller: The Games Company
Erschien: 2006 (als Feuerwache Mission Leben Retten (2009 als Die Feuerwehr) (2010: als Feuerwehr Notruf 112 - Das PC Spiel)
Hardware: Pentium 3, 1 GhZ, 256 MB Ram, 64 MB Grafikkarte (DX9 kompatibel), 900 MB HDD Space
Wertung 3/10
USK: Ohne Altersbeschränkung

Testumgebung:
Pentium 3, 667 MhZ, 512 MB Ram, Geforce 2 64 MB (Ruckelfrei)
AMD Turion 64, 1,4 GhZ, 512 MB Ram, ATI Radeon 1100 Mobile (Ruckelfrei)

LGF, DL, ZF und Agt! Wer jetzt nur Bahnhof versteht scheint nicht zur Zielgruppe dieses Spieles zu gehören. Denn wer zur Zielgruppe gehört denkt sofort an: Löschgruppenfahrzeug, Drehleiter, Zugführer und Atemschutzgeräteträger. Ja das Spiel ist, wie der Name schon sagt, eine Feuerwehrsimulation.

Das Spiel stammt aus einem größeren Discounter – an sich nichts besonders, denn auch diese haben öfters Spiele im Sonderangebot – allerdings hat bei diesem Spiel die Packung schon etwas Besonderes. Auf dieser ist nämlich keinerlei Hersteller oder Copyright vermerkt. Stattdessen gibt’s die üblichen Werbesprüche wie ultrarealistische Grafik, oder umfassende Authentizität. Erst nach dem Kauf, wenn man einen Blick auf die CD wirft, bekommt man schon den leisen Verdacht, verarscht zu werden. Denn dort steht „Copyright Media Verlag“ und diese sind dafür bekannt, ein und dasselbe Spiel mehrmals zu veröffentlichen. Aber dazu später mehr. Behandeln wir das Spiel doch einfach, als wär es, wie angegeben, 2010 erschienen.

Wer mit den oben angeführten Begriffen nix anfangen kann, sollte sich besser das Handbuch genau durchlesen, oder noch besser: es gleich ausdrucken. Denn das Spiel arbeitet nur mit Fachbezeichnungen und ohne Kenntnis dieser und der Abläufe eines Feuerwehreinsatzes kann man entweder nur herumprobieren oder gefrustet aufgeben. Leider ist auch das Handbuch umfangreicher als das Spiel selbst. Denn dieses besitzt nur lediglich 8 verschiedene Einsätze, die auch noch ziemlich typisch für diese Art von Spielen ist: Brandbekämpfung, Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall und ähnlichen Einheitsbrei.

Die Grafik alt zu nennen, müsste man als Lob sehen, selbst „Emergency 2“ ist dem Spiel deutlich überlegen. Es ist ja nett gedacht, dass die einzelnen Ränge und Einsatzfähigkeiten der Feuerwehrleute unterschiedlich gekennzeichnet sind, nur erkennt man es an den niedrig aufgelösten Pixelfiguren nicht. Dazu ist die einzig mögliche Auflösung von 640x480 einfach viel zu gering. Auch die Einsatzorte sehen sehr trostlos aus, und vor allem sind diese sehr klein – würde man das Spiel auf 800x600 zwingen, hätte man die ganze Map auf einmal auf dem Schirm. Die meiste Zeit verbringt man zudem in der höchsten Zoomstufe. Sonst erkennt man schlicht in dem Pixelwust seine eigenen Einsatzkräfte kaum. Wer wenigstens auflockernde Videos erwartet, wird auch schnell enttäuscht. Zur Einleitung und als „Belohnung“ gibt es nur Standbilder, die nicht mal was mit der eigentlichen Mission zu tun haben.

Ähnlich sieht es beim Sound aus. Das einzige Musikstück schaltet man schon nach wenigen Sekunden ab. Ansonsten verwendet das Spiel eine 08/15-Geräuschdatenbank, welche im Grunde nur aus Befehlsbestätigung und Verweigerungen, wenn etwas nicht geht, besteht. Dazu kommen diverse Erfolgsmeldungen, aber das war es dann auch. Eine grundlegende Geräuschkulisse fehlt.

Das könnte man alles noch verschmerzbar sein, aber die Steuerung geht mal gar nicht. Jede – und wirklich jede – Aktion muss einzeln durchgeführt werden. So muss z. B. beim Baumfällen erst die Kettensäge vom Fahrzeug geholt werden, dann wieder der Baum einzeln angeklickt werden. Das mag zwar durchaus realistisch sein, aber spätestens wenn es zur Gewohnheit wird, beim Löschen mehrmals Schläuche, Verteiler und Hydranten zu verlegen, ist die Steuerung nervig, was das ganze Spiel auch unglaublich zäh und langweilig werden lässt. So unkomfortabel war selbst das alte Dune 2 nicht.

Fazit:

Dem Spiel fehlt es an allen Enden, die Grafik ist hässlich, der Sound furchtbar und die Steuerung kann nichts automatisch. Allenfalls als Lehrmaterial für den FmA mag das halbwegs noch durchgehen, denn wo „Emergency“ und „Fire Department“ zugunsten des Spielspasses auf Regeln der Brandbekämpfung verzichten, reitet dieses Spiel darauf rum. Ach ja: FmA steht übrigens für Feuerwehrmannanwärter. Also hätte Grisu das Spiel gespielt, wär er Fumé sicher weniger auf die Nerven gefallen und wär lieber ein richtiger Drache geworden.

Hintergrund:

Dass das Spiel so alt aussieht, hat auch einen Grund. Es ist Minimum aus dem Jahr 2006, und selbst für das Jahr sah es schon alt aus. Media Verlag recycelte das Spiel nur bereits mehrmals. Zuerst 2006 als „Feuerwache: Mission Leben Retten“ für ca. 30 €. Im Jahr 2009 versuchte man, mit demselben Spiel auf den „Simulator“-Trend aufzuspringen und brachte das Spiel als „Die Feuerwehr“ neu raus, für 20 €. Während der gleiche Titel bereits auf Sammlungen und Heft-DVDs von Media für 5 € verramscht wurde. Im Jahr 2010 verramschte man das Spiel schon wieder unter einem anderen Titel und mit wieder einem anderen Cover. Für 3 € im Plus bzw. Netto. Die Masche scheint Prinzip bei Media Verlag zu haben, auch mit dem bereits einige Einträge zuvor angesprochenen „Mofa Racer“ war es so, dass es einfach nochmal als „Moped Simulator“ verkauft wurde. Ironischerweise befindet sich auf der CD auch das Handbuch, welches das Spiel aber gleich korrekt als „Feuerwache“ ausgibt.

Bezug:

Das Spiel gibt es als „Feuerwache“ in diversen Ramschläden für ein paar Euro. Unter anderem im Woolworth zusammen mit 4 anderen für 1,99 €, die 20 € für „Die Feuerwehr“ sollte man sich sparen, oder beim Fest der örtlichen Feuerwehr versaufen. Hat man mehr von. Unter dem Titel „Feuerwehr Notruf 112 – Das PC-Spiel“ ist das ganze nicht mehr erhältlich – war wohl extra für den Plus/Netto produziert.




Alternativcover, Links der Originaltitel, Rechts das 2. Rerelease unter anderem Namen.

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